03.04.2016

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Jetzt hilft nur noch beten ...

Sie hat es wieder getan: Margot Käßmann, ständige Kolumnistin in Deutschlands beliebtester Bildungsinstitution, der Bild-Zeitung, und zudem im Nebenberuf Beauftragte der Evangelischen Kirche für das Reformationsjubeljahr 2017, beglückte das staunende Volk, die Politiker sämtlicher Richtungen und außerdem noch die Sicherheitsexperten sämtlicher Nationen in einem Interview mit der Bild-Schwester BamS mit ihrer Erkenntnis über den rechten Weg, den internationalen Terrorismus zu besiegen. Das nämlich geht so einfach, dass wir uns verschämt fragen müssen, warum sind wir nicht schon längst selber darauf gekommen?

Der Käßmannsche Weg zum ewigen Frieden: Wir brauchen die Kopfabhacker und Massenmörder nur zu lieben und für sie beten – und schon ist das Problem gelöst. 

Selbst wenn diese Aussage als Satire gemeint wäre, könnte man angesichts des unendlichen Leids, das die enthemmten Massenmörder auf inzwischen fast allen Kontinenten über friedliche Menschen gebracht haben, nicht lachen. Aber es steht zu befürchten, dass Frau Käßmann ihre Aussagen auch noch ernst gemeint hat. 

Da taucht die Frage auf, was geht eigentlich in dieser Frau vor? Wie viel spirituelle Selbstbefriedigung mag die Grundlage sein für solche Aussagen? 

Es scheint, als sei diese gnadenlose Form des Pazifismus eine Erfindung der Neuzeit und solcher Menschen, die ihr persönliches Wohlgefühl über extreme Formen der moralischen Selbstgerechtigkeit definieren.

Natürlich hat Margot Käßmann in unserem Lande das Recht, ihren persönlichen Glauben so zu pflegen, wie sie es tut. Sie kann auch – um ihren Rat über das liebende Gebet mal zu Ende zu denken – einem Terroristen, der sich anschickt, neben ihr seinen Sprengstoffgürtel zu zünden, als letzte Worte zurufen, „ich liebe dich“, bevor sie in Stücke zerfetzt diese Welt verlässt, doch als Handlungsempfehlung für die Allgemeinheit taugt das nicht. 

Selbst das Bibelwort „Liebet eure Feinde“ taugt als Handlungsanweisung nichts, wenn wir uns mal kurz an die Geschichte der christlichen Kirchen erinnern mit ihren Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und in der jüngsten Vergangenheit mit der Segnung der Hitlerschen Vernichtungsmaschinerie. 

Und auch Martin Luther, dessen Thesen wir alle im kommenden Jahr feiern – wobei wir inständig hoffen, dass 2017 nicht von kirchlicher Gigantomanie erschlagen wird – dieser Martin Luther war alles andere als ein Pazifist Käßmannscher Prägung. Wer das nicht glauben will, mag sich Luthers Aussagen über die ausgebeuteten Bauern durchlesen, als diese armen Leute es wagten, sich gegen ihre Fürsten aufzulehnen.

Zurück zum Osterfest, das wir uns stets fröhlich wünschen. In Pakistan betete ein Priester für ein friedliches Osterfest, und kaum waren seine Worte verklungen, folgte der grausame Massenmord überwiegend an christlichen Familien.

Beten hilft? Frau Käßmann mag das privat glauben. Als Handlungsempfehlung für die Gesellschaft und ihre demokratischen Regierungen taugt das nun wirklich nicht, sondern bedeutet schlicht die tatenlose Kapitulation vor dem Bösen.




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