Beim Partyshake zum Frauentag im Clack Theater hat es Male Diva bereits farbenfroh vorausgesehen und auf der Bühne umgesetzt: Die schwarz-rot-grüne „Kenia-Koalition“ kommt – selbst wenn den Roten nach der Wahl die Rest-Federn zu Berge stehen … Foto: Wolfgang Marchewka

Beim Partyshake zum Frauentag im Clack Theater hat es Male Diva bereits farbenfroh vorausgesehen und auf der Bühne umgesetzt: Die schwarz-rot-grüne „Kenia-Koalition“ kommt – selbst wenn den Roten nach der Wahl die Rest-Federn zu Berge stehen …
Foto: Wolfgang Marchewka

19.03.2016

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Die Schafe haben den Wolf gewählt

Sie haben es tatsächlich getan! Die Schafe wählten den Wolf, um der Schäferin einen Denkzettel zu verpassen: Leicht abgewandelt machte dieses tierische Bild vor dem Wahltag als Karikatur die Runde auf Facebook. Dazu ließe sich einiges sagen, zum Beispiel, dass Schafe und Denken zwei Begriffe sind, die nicht unbedingt zueinander passen.

Deshalb verwenden wir lieber ein anderes Bild: Manche Wählerinnen und Wähler haben sich bei der Wahl ähnlich verhalten wie ein störrisches kleines Kind, das sich vorsätzlich mit dem Messer in den Finger schneidet, um seiner Mutter etwas zu Denken zu geben, und sich dann aber wundert, dass es nach vollzogenem Schnitt Schmerzen hat und blutet.

Auch hier ein Unterschied: Unter Schmerzen leiden nicht nur jene, die sich am Wahltag selbst in den Finger geschnitten haben, in dem sie vor lauter Hass auf Muttis CDU und Gabriels SPD diese beiden großkoalitionären Parteien derart abstraften, dass sie ohne das Fünf-Prozent-Grüppchen jener, die von den Deutschnationalen am meisten gehasst werden, nämlich die Grünen, nicht mehr regieren können.

AfD-Anhänger sorgten dafür, dass die Grünen Regierungspartei werden: Das ist der Schmunzeleffekt dieses denkwürdigen Wahlsonntags.

Darüber hinaus haben aber nicht nur AfD-Wähler Wahlschmerzen, sondern alle Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt: Wir bekommen nämlich als Folge dieser Wahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine instabile Regierung, in der selbst kleine politische Schwänzchen mit dem großen Resthund wedeln können: So klein ist die Regierungsmehrheit, und deshalb so groß das Erpressungspotential.

Doch vielleicht sind politische Erpressungsversuche in einer künftigen schwarz-rot-grünen „Kenia-Koalition“ gar nicht nötig, denn aufmerksame Politik-Beobachter sagen unserem Ministerpräsidenten Reiner Haseloff nach, er hätte ein äußerst biegsames Rückgrat und könne deshalb in vielen Richtungen rasch nachgeben, damit sein Amt nicht in Gefahr gerät.

Mögliche Folgen einer instabilen Regierung: Zurückhaltung der Wirtschaft bei Investitionen mit negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, Rückgang des Tourismus aufgrund der sichtbar gewordenen Fremdenfeindlichkeit vieler Sachsen-Anhalter, was ebenfalls auf die Arbeitsplätze in der am Tourismus hängenden Wirtschaft durchschlagen dürfte. 

Zurück zum Rückgrat: Viele Kommentatoren plappern den Satz nach, die Verluste von CDU und SPD seien eine Folge von Mutter Merkels Flüchtlingspolitik. Doch ist das wirklich der alleinige Grund? Schauen wir uns die Ergebnisse der Ministerpräsidenten der drei Bundesländer an, in denen gewählt worden ist. Rheinland-Pfalz: Die regierende SPD der Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewinnt leicht hinzu. Baden-Württemberg: Die Grünen des regierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewinnen hinzu. Beiden gemeinsam ist: Sie unterstützen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel, wobei sich Kretschmann sogar als ein Fan der Kanzlerin geoutet hat, der regelmäßig für sie betet.

Und unser Reiner Haseloff: Minus 4,1 für die CDU im Land, minus 7,0 persönliche Stimmen in seinem Wahlkreis. Seine Position zu Flüchtlingsfragen: Mal unter Muttis Rock schlüpfend, mal sich den markigen Sprüchen von Seehofer anschließend.

Fazit der Betrachtung dreier Ministerpräsidenten: Offensichtlich honorieren viele Wähler eine klare Haltung und strafen persönliches Rumeiern sowie Streit innerhalb einer Partei ab. Horst Seehofer wird das in diesem Leben nicht mehr begreifen wollen, und Reiner Haseloff?




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