27.02.2016

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Einsame Artistin in der Zirkuskuppel

Inzwischen müsste es eigentlich allen klar sein – den bellenden Hunden aus der „großen“ Politik ebenso wie den kleingeistigen wie moralisch verkommenen Menschen in diversen Regionen, die entweder als „Pegida“ in Dresden oder als Hass verbreitende Akteure ähnlicher Wanderbewegungen in anderen Städten, oder als Funktionäre, Parteimitglieder oder Anhänger rechter Organisationen von AfD bis NPD hetzen: Die unüberlegte Forderung nach „Grenzen dicht“ löst kein Problem, sondern schafft nur neue Verwirrungen und Verirrungen an anderer Stelle, ohne dass auch nur ein Hauch der internationalen Flüchtlingskrise einer Lösung zugeführt werden kann.

Auch wenn die „Grenzen-dicht-Anhänger“ mit Befriedigung zur Kenntnis genommen haben, dass die unerträglich egoistischen Länder im Osten sich wieder hinter Zäunen und Stacheldraht verbarrikadieren und dass Österreich fast ähnlich handeln möchte und weitere EU-Staaten sich ängstlich wegducken, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht, so müssten selbst politisch Erblindete begreifen, dass sich als Folge die Katastrophe nach Griechenland verlagert hat.

Griechenland? Das schwächste Land der Europäischen Union hat nun zusätzlich zu allen anderen Schwierigkeiten auch noch unter dem größten Problem der Europäischen Union zu leiden.

Die Folgen könnten dramatisch sein, nicht nur für Griechenland, sondern für die gesamte Europäische Union. Mit Egoismus lässt sich eine derart große Krise von internationaler Dimension nicht lösen.

Wir zitieren an dieser Stelle mal Selmin Caliscan, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, die in der vergangenen Woche beim Fernsehsender n-tv über Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, wörtlich folgendes sagte: „Unsere Botschaft ist an die 28 EU-Staaten insgesamt, dass diese große Herausforderung auch nur gemeinsam geschultert werden kann und dass auch zwei Drittel der EU-Staaten, die jetzt keine Flüchtlinge aufnehmen, sich dem nicht weiter entgegensetzen können. Das heißt, der Druck wird sich auch auf diese Länder erhöhen, von den anderen EU-Ländern, aber auch von anderen internationalen Staaten. Und ich sage nur, dass, wenn alle zusammensitzen würden, dass ein paar Millionen Flüchtlinge kein Problem für Europa wären.“

Von den europäischen Staaten gemeinsam? Da klingelt doch was im Ohr, denn das ist genau das Konzept, das auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel konsequent verfolgt wird, auch wenn einige rückgratlose Parteifreunde und -freundinnen sie dabei kräftig behindern. Bisher ist Merkel die einsame Artistin in der europäischen Zirkuskuppel, aber sie hat etwas mit internationalen Artisten gemein: Sie ist gut – und wir sollten dankbar dafür sein, dass es in Deutschland wenigstens eine Regierungschefin mit Rückgrat gibt.




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