06.02.2016

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Sind Frauen die besseren Wähler?

Vor anstehenden Wahlen zählt es zu den beliebten, weil stets spannenden Bräuchen der Meinungsforschungsinstitute, via Umfragen die Stimmung unter den Wahlbürgern zu ermitteln: Die berühmte „Sonntagsfrage“ zeigt die aktuellen Trends auf. In diesem Jahr sind die Ergebnisse dieser Umfragen besonders interessant, weil gleich in drei Bundesländern gewählt werden wird, auch Sachsen-Anhalt ist am 13. März mit dabei.

Doch inzwischen betrachten die Bürgerinnen und Bürger, denen unsere freiheitliche Demokratie am Herzen liegt, nicht nur mit Interesse, sondern auch mit zunehmender Besorgnis auf die von den Meinungsforschungsinstituten bekannt gegebenen Zahlen. Grund: Die AfD, von manch engagierten Zeitgenossen inzwischen auch als „Angstmacher für Dummköpfe“ bezeichnet, steigt von Umfrage zu Umfrage auf zweistellige Werte an, Tendenz weiter steigend.

Wie ist das möglich bei einer Partei, die nach der Abspaltung des Parteigründers Bernd Lucke und seiner eurokritischen Anhänger bei 2,5 % bedeutungslos vor sich hindümpelte? Die Antwort ist einfach und deshalb sehr besorgniserregend: Die neue Führung marschierte stramm ins rechte Lager, wobei offensichtlich die ebenso schlichten wie realitätsfernen und gefährlichen Sprüche zur Flüchtlingsfrage ausreichten, um auf für einfach klingende Lösungen anfällige Bürger anziehend zu wirken.

Die antidemokratischen Schreihälse von Pegida und Co. leisteten dabei willig Unterstützung.

Selbst die jüngsten Entgleisungen des AfD-Führungspersonals – Einsatz von Schusswaffen gegen schutzsuchende Kriegsflüchtlinge – haben die AfD-nahen Wutbürger nicht zum Nachdenken anregen können, wenn den Umfrageergebnissen zu trauen ist.

Sind wir in Deutschland schon wieder soweit, dass ein paar markig klingende Sprüche ausreichen, um die Menschen gegen scheinbar alles Fremde aufzuhetzen? Brüllen Tausende begeistert mit ihrem „Führer“, auch wenn dieser selbst eine kriminelle Vergangenheit hat – siehe Pegida-Frontmann Lutz Bachmann?

Es scheint, als hätte sich Deutschland in den vergangenen 25 Jahren nur zu einer Schönwetterdemokratie entwickelt, in welcher der von den ersten ernsthaften internationalen Krisen verursachte Gegenwind bei einigen Menschen die freundlich aussehende Maske vom Kopf bläst und darunter wieder die hässliche Fratze des egoistischen Deutschnationalen zum Vorschein kommt.

Zurück zu den zweistelligen Umfragewerten für die AfD, denn noch gibt es Hoffnung: Nach dem Ergebnis der jüngsten Emnid-Sonntagsfrage ist die Anhängerschaft dieser sogenannten Alternative keineswegs homogen, sondern es gibt bemerkenswerte Unterschiede. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, würden etwa 17 % der Männer, aber nur 2 % der Frauen die AfD wählen – ein krasser Unterschied! Sind Frauen die besseren, weil vernünftigen und klügeren Wähler?

Fast scheint es so, denn neutrale Beobachter wollen ermittelt haben, dass auch die Pegida-Marschierer zu etwa 80 % männlich sind.

Die Erkenntnisse haben bereits die Wissenschaft beschäftigt. Eine Deutung: Die aggressive Rhetorik der AfD, vor allem in der Flüchtlings- und Ausländerfrage, mit ihrer Nähe zur Gewalt ziehe einen bestimmten Typus von Männern an, die um ihren Status und Platz in der Gesellschaft bangen. Frauen dagegen lehnen das Gewaltsame mit ganz großer Mehrheit ab.

Und Lars Geiges, Mitarbeiter im Institut für Demokratieforschung in Bielefeld, bringt es auf den Punkt: „Laut und gewalttätig sein ist Sache der Männer.“

Also, liebe Frauen, tut etwas für unsere Demokratie, geht am 13. März wählen. Die Auswahl ist groß: CDU, SPD, Linke, Grüne, Freie Wähler, FDP – da ist kein Bedarf für Radikale, die unserer Demokratie nur schaden.




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