31.12.2015

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Ein bisschen mehr Frieden?

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser! Ein neues Jahr beginnt und dazu möchten wir Ihnen allen nur das Beste wünschen: gute Gesundheit für jeden Einzelnen, eine positive Entwicklung für unser Land und wenn möglich mehr Frieden für die Welt. Letzteres wird wohl am schwierigsten in die Realität umzusetzen sein, leider gibt es bei den Krieg führenden Ländern, Gruppen und Grüppchen zu viele gegensätzliche Interessen, was am Beispiel der traurigen Lage von Syrien ganz deutlich wird.

Eigentlich war 2015 für Deutschland ein gutes Jahr, wenn man die objektiven Zahlen der Entwicklung sieht: Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft weiterhin positiv, noch nie waren so viele Menschen in Arbeit, in manchen Berufen werden bereits die Arbeitskräfte knapp, diverse Lehrstellen können nicht besetzt werden. Und wenn wir die Lage Deutschlands mit der unserer Nachbarn vergleichen, können wir eigentlich nur zu dem Schluss kommen: Uns geht es gut.

Wenn dennoch bei vielen Bürgerinnen und Bürger eher negative Gefühle vorherrschen, so liegt das vermutlich daran, dass sich die Menschen angesichts der internationalen Krisen zunehmend Sorgen um die Zukunft machen. Das ist verständlich, sollte bei diesen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aber nicht dazu führen, den falschen Leuten hinterherzumarschieren.

Wahr ist, wir Deutsche leben in einer globalisierten Welt und alle Menschen hierzulande haben davon profitiert: Unser Wohlstand beruht in hohem Maße davon, dass wir unsere Waren gewinnbringend in alle Welt verkaufen können. Einen namhaften Teil dieser Waren haben wir auch billig im Ausland herstellen lassen, um sie teuer weiterverkaufen zu können. Das lief jahrelang so gut, dass wir uns daran gewöhnt haben, den Zuwachs an Wohlstand als ganz selbstverständlich anzusehen: Dank offener Grenzen floriert der Warenverkehr – und die kriegerischen Probleme gab es nur anderswo.

Wohlstand bei uns – Kriege woanders, so einfach läuft das nicht mehr: Die Folgen des jahrelangen Wegschauens stehen nun als Flüchtlinge vor unserer Tür. Abschottung funktioniert nicht mehr. Wie gehen wir mit dieser Tatsache um? Zweifellos ist eine gewaltige Aufgabe auf uns zugekommen, und wenn wir alle es wollen, können wir diese Aufgabe bewältigen.

Bedauerlich 1: Ein Teil der Bürgerschaft will nicht. Bedauerlich 2: Besonders die Leute vom rechten Rand, die vorgeben, deutsche Interessen zu vertreten, schaden unserem Land am meisten.

Vergleichen wir Deutschland mal mit einer Fußballmannschaft, die sich vorgenommen hat, ein großes Ziel zu erreichen. Kann diese Mannschaft ihr Ziel erreichen, wenn einige Fußballer den eigenen Mitspielern rücksichtslos in die Beine treten? Sicherlich nicht. In die reale Welt übertragen bedeutet dieses bildhafte „in die Beine der eigenen Leute treten“ zum Beispiel Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte zu verüben, wie wir es leider auch in Gräfenhainichen und Wittenberg erleben mussten. Was wird damit erreicht? Im Sinne der Täter nichts, aber bei der Kreisverwaltung steigen die Kosten an – und damit verschlingen die Aktionen dieser Täter sinnlos Gelder, die an anderer Stelle fehlen werden. Hinzukommt der Imageschaden für unsere Region.

Nun werden heimlich Sympathisanten dieser Täter versuchen, die Anschläge als „Einzelfälle“ zu verharmlosen. Das gelingt jedoch nicht mehr, denn die Zahl solcher und noch schlimmerer Anschläge ist deutschlandweit so dramatisch angestiegen, dass wir feststellen müssen: Das Problem für unser Land liegt nicht bei der eingebildeten Gefahr durch „kriminelle Flüchtlinge“, sondern bei der real existierenden Gefahr durch Täter vom rechten Rand.

Das sind längst keine Einzelfälle mehr, zumal diese Täter in den vergangenen Monaten reichlich geistigen Beistand erhalten haben seitens der Schreibtischtäter, die Fremdenfeindlichkeit und Hass auf Facebook und anderswo verbreiten und damit mitverantwortlich für den angerichteten Schaden sind. Besonders schlimm: Solche Schreibtischtäter gibt es nicht nur am rechten Rand – nein, sie sind mitten unter uns.

Wir sehen an diesem Beispiel, dass es für gewisse Kreise schwierig zu sein scheint, vorhandene Meinungsverschiedenheiten im friedlichen Dialog aufzulösen. Wie viel schwieriger mag es wohl sein, die Gegensätze feindlicher Nationen und Gruppen aufzulösen?

Womit wir wieder am Anfang sind: Wir wünschen uns Frieden. Wie wäre es denn, wenn wir damit bei uns selbst anfangen? Ein bisschen Frieden täte auch der Diskussionskultur auf Facebook gut – und wenn das die Hetzer nicht verstehen können oder wollen, müssten sie von den vernünftigen Facebook-Nutzern auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden.

In diesem Sinne wünscht die Redaktion des Wittenberger Sonntag allen Leserinnen und Lesern für das Jahr 2016 ein bisschen mehr Frieden!




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