Teilzeitpastorin Andrea John am zum Städtchen gewachsenen Weihnachtsmarkt auf dem Dachboden des Pfarrhauses in Meuro. Foto: Wolfgang Marchewka

Teilzeitpastorin Andrea John am zum Städtchen gewachsenen Weihnachtsmarkt auf dem Dachboden des Pfarrhauses in Meuro.
Foto: Wolfgang Marchewka

23.12.2015

Andrea John möchte die Fähigkeiten der Kinder weiter entwickeln

Weihnachtsmarkt auf dem Dachboden

Bad Schmiedeberg-Meuro (wm). Einen Weihnachtsmarkt auf dem Dachboden? Das gibt es tatsächlich, auch mit einem Riesenrad und noch viel mehr: Konzertbühne samt Rockmusiker in Aktion, davor das Publikum, und im Hintergrund sichert Polizei die Szenerie ab. Zum Umfeld gehört Martin Luther sowie verschiedenen Pastoren aus der Region. Dass dieser Weihnachtsmarkt einen eigenen Bahnanschluss hat, verwundert da schon nicht mehr. Zu sehen ist das selbst gebaute Wunderwerk der Phantasie unter dem Dach des Pfarrhauses im Bad Schmiedeberger Ortsteil Meuro. Teilzeitpastorin Andrea John hat es mit Kindern aus der Umgebung aus Legosteinen und -figuren geschaffen.

Sie wird schon mal als „Frau für alle Fälle“ bezeichnet, oder als „Kombinat Andrea“, weil sie auf ganz verschiedenen Arbeitsfeldern unterwegs ist und dabei einiges bewegt. Große und kleine Holzarbeiten beherrscht sie ebenso wie das Keyboard beim gemeinsamen Musizieren mit Bad Schmiedeberger Kurgästen, als Beerdigungsrednerin ist sie auch gefragt und natürlich als die Frau, die mit den Kindern spielt, werkelt und Sport treibt.

„Die Kinder liegen mir besonders am Herzen“, erzählt Andrea John, „ich möchte mithelfen, bei den Kleinen Fähigkeiten zu entwickeln.“ Dahinter steckt eine eigene Lebensphilosophie: „Ein ganzes Pfarramt mit seinen großen Strukturen zu versorgen, ist nicht mein Ding, ich arbeite lieber direkt von Mensch zu Mensch.“ Deshalb auch nur die Teilzeitstelle: „Ich möchte meine Zeit auch nutzen für Hobby und Leidenschaft, das aber in den Dienst der Kirche gestellt.“

Dazu gehört Beziehungsarbeit, Andrea John pflegt Kontakte auch zu kirchenfernen Bürgern und ihren Kindern, mitunter kann sie dadurch bei Problemen in der Familie helfen. So ganz nebenbei erfüllt sie den Wunsch der Amtskirche nach „niederschwelligen Angeboten“.

Donnerstags kommen die Kinder zum Spielen im klassischen Sinne, „elektronisches Zeugs“ gibt es nicht, dafür eine Kinderwerkstatt, ein kleiner Sportbereich mit Tischtennisplatte, verschieden große Tische und Stühle und natürlich der Weihnachtsmarkt, der ständig wächst. „Wir wollten länger an einem Thema bauen, so entstand die Idee, den Weihnachtsmarkt im Winter als jahreszeitliches Projekt Schritt für Schritt zu entwickeln“, erläutert Andrea John. Inzwischen sei viel mehr entstanden, als sie ursprünglich gedacht habe, schmunzelt die Pastorin.

Denn blickte anfangs nur ein rot-weißer Weihnachtsmann auf den großen, grünen Weihnachtsbaum, so ist in diesem Winter fast schon ein Städtchen entstanden, mit Häuserzeile, Kirche, Feuerwehrstation, der Konzertbühne und mit einer „Traumkuppel“ für solche Kinder, die sich in ihrer Phantasie etwas wünschen möchten. Das Ganze wird mit der Eisenbahn erfahren, dies sei ganz wichtig für die Kinder, sagt Andrea John, denn so kommt Bewegung ins Spiel.

Arche Noah im Garten

Im Sommer finden die meisten Aktionen draußen vor dem Pfarrhaus statt. Im Garten steht als Spiel- und Turngerät eine „Arche Noah“ – natürlich selbst gebaut, es gibt einen kleinen Fußballplatz mit selbst gebauten Toren. Und es gibt einen Blick, der sich bei Andrea John zu einem Traum entwickelt hat: Der Blick vom Pfarrhaus zur alten Schule. „Das Gebäude ist Baujahr 1850“, berichtet die Pastorin, „leider verfällt das Haus langsam, aber man könnte es noch retten …“.

Sie möchte dieses Haus wieder mit Leben erfüllen, lautet das neue Ziel für die Zukunft. „Es gibt Möglichkeiten, wenn man ein tragfähiges Konzept hat“, sagt Andrea John. Ideen dafür hat sie genug, an einem umsetzbaren Konzept arbeitet sie mit den vier Grundpfeilern Kirche Meuro, Pfarrhaus, Spielplatz Pfarrgarten und alte Schule: „Churchtown“ als neudeutscher Begriff für einen attraktiven Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen und lohnendes Ausflugsziel auch für Wandertage von Schulklassen aus der Region. „Niederschwellige Angebote“, schmunzelt Andrea John erneut und ergänzt: „Ich möchte mir eine Welt ohne aktives Engagement der Christen nicht vorstellen!“ 

Hinweis:

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich den Weihnachtsmarkt in Meuro anschauen: Andrea John lädt ein am Dienstag, 29. Dezember, und Mittwoch, 30. Dezember, jeweils von 17 bis 19 Uhr im Pfarrhaus, Meuro 30. Ein Glas Glühwein gibt es auch.




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