In der heißen Hölle: Während der Teufel schläft, reißt ihm seine Großmutter nacheinander seine drei goldenen Haare aus. Aus dem Versteck greift das Glückskind zu – und die Kinder verfolgen direkt am Bühnenrand gespannt das Geschehen. Fotos: Wolfgang Marchewka

In der heißen Hölle: Während der Teufel schläft, reißt ihm seine Großmutter nacheinander seine drei goldenen Haare aus. Aus dem Versteck greift das Glückskind zu – und die Kinder verfolgen direkt am Bühnenrand gespannt das Geschehen.
Fotos: Wolfgang Marchewka

05.12.2015

Märchen-Premiere im Clack: Nicht nur Kinder waren begeistert

Wenn man ein Glückskind zur Hölle schicken will ...

Wittenberg (wm). So ist das auch im richtigen Leben: Wenn man jemandem ein herzhaftes „zur Hölle mit dir“ an den Kopf werfen will, sollte sich der Werfer zuvor vergewissern, dass er damit nicht ein „Glückskind“ trifft – dann nämlich könnte der fluchende Wunsch am Ende in des Werfers eigene Hose gehen.

Im Märchen geschieht das natürlich noch viel dramatischer, farbiger und in der von Regisseur Klaus Helfricht sinnvoll für die kleine Bühne bearbeiteten Fassung des Brüder-Grimm-Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ auch ein wenig humorvoller. Und so verfolgten nicht nur die Kinder staunend die Aktionen des Clack-Ensembles, sondern auch die Erwachsenen waren je nach Situation auf der Bühne fasziniert oder konnten den Fortgang der Geschichte schmunzelnd genießen.

Am Ende gab es sehr viel Applaus, Kinder reichten den Schauspielern die Hand und waren glücklich, weil sie als „Zugabe“ zum Fotoshooting zu Teufel, Prinzessin und Glückskind auf die Bühne durften.

Zwei in Doppelrollen

Niemand sollte glauben, Märchenspiele seien für die Akteure etwas „Kinderleichtes“ – ganz im Gegenteil: Von den Clack-Akteuren wird viel verlangt, auch hinter den Kulissen. Denn zwei spielen eine Doppelrolle, wie sie gegensätzlicher kaum sein kann: Barbara Schüler ist einerseits die edle Königin, andererseits eine höllenheiße Großmutter des Teufels. Und Stefan Schneegaß mimt erst den blasiert-dummen Minister, der sich für seinen König „opfern“ will, indem er die Prinzessin heiratet, damit diese nicht dem unerwünschten, aus dem einfachen Volke stammenden Glückskind (Philip Hillich) in die Hände fällt. Anschließend folgt die von Maske und Kostüm her aufwändige Verwandlung zum Teufel höchstpersönlich. Und die Mimik der beiden ist facettenreich und köstlich: Viel Spielfreude wird auch den jüngsten Theaterzuschauern geboten.

Und noch einer mausert sich: René Lenz ist vom Theaterjugendclub nun bereits zum hartherzigen Märchenkönig aufgestiegen, der für seinen Versuch, das Glückskind in die Hölle zu schicken, von des Teufels Großmutter gleich doppelt bestraft wird: Erst reißt die Großmutter dem Teufel die drei goldenen Haare raus und ermöglicht damit dem Glückskind, seine keusche Prinzessin (nett anzusehen: Ayleen Deisinger) behalten zu dürfen und am Ende den zum Fährmann degradierten König unbarmherzig in den Bühnenstaub – während sich das unterdessen bereits gekrönte Glückskind auf des Königs Thron bequem gemacht hat. Das hat der hinterlistige Ex-Regent von seiner Unbarmherzigkeit.

Vieles von Klaus Helfricht 

Gute Arbeit hat Klaus Helfricht nicht nur als Regisseur geleistet: Von ihm stammt auch die dramaturgische Neufassung des Grimmschen Märchens. Die nicht mehr auf die Bühne passenden Räuber wurden gestrichen, statt dessen findet die aus dem Schloss entlaufene Prinzessin den hinterhältigen Brief des Königs mit der Aufforderung an seine Gattin, das Glückskind unverzüglich töten zu lassen. Doch die der Schriftfälschung kundige Prinzessin wandelt das Todesurteil um in die Aufforderung, für die Hochzeit mit dem Glückskind zu sorgen.

Der Schuss Humor stammt ebenfalls aus Helfrichts Feder, so zum Beispiel, als die Großmutter sinniert, die Höllentechnik ist auch nicht mehr das, was sie mal war und diese Feststellung auf „das neumodische Handyphonzeug“ bezieht. Für das wandelbare Bühnenbild – aus zwei Bäumchen macht er einen ganzen Wald – hat Helfricht ebenfalls gesorgt und dazu die Hölle in unheimlich rot-violettes Licht getaucht. Schließlich war er auch für die Kostüme verantwortlich, wobei der Teufel als zotteliger Dickwanst und seine ebenso zottelige Großmutter herausragten.

Das sahen auch die Kinder, von denen sich viele direkt um die Bühne platziert hatten, beim finalen Händeschütteln ebenso: Teufel und Großmutter waren am meisten gefragt. Zum Ensemble gehören noch zwei Bittsteller: Mario Welker als gestrafter Fährmann und Nico Lenz, Bruder des Königs René Lenz und im Hauptberuf Kellner im Clack, gab das vom bösen König vernachlässigte Apfelbäumchen. Zum Schluss, als alles endlich gut war, durften die Akteure auch noch singen, für die Musik sorgten das Glückskind Philip Hillich und Alexander Queitsch.

Hinweis:

Tickets gibt es für Vorstellungen in diesem Jahr nicht mehr, alles ausverkauft. Aber im neuen Jahr geht es märchenhaft weiter, Infos im Clack Theater, Telefon 03491-45 92 45 oder www.clack-theater.de





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