31.10.2015

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Lasst uns gemeinsam ein fröhliches Fest feiern!

Der Wittenberger Stadtrat bescherte den Bürgerinnen und Bürgern, die unsere demokratische Gesellschaft schätzen, während seiner Sitzung am Mittwoch eine Sternstunde: Alle in Sachfragen sonst möglichen Meinungsverschiedenheiten wurden ebenso zurückgestellt wie etwaige Differenzen zwischen Ratsmitgliedern und Verwaltungsangestellten. Statt dessen demonstrierten die Damen und Herren der demokratischen Fraktionen in seltener Einmütigkeit die Gemeinsamkeit der Demokraten nicht nur in schönen Worten, sondern auch in einer wichtigen Tat: Bettina Lange (CDU), Horst Dübner (Linke), Reinhard Rauschning (SPD) und Stefan Kretschmar (Freie Wähler) hatten als Vorsitzende ihrer Fraktionen mit der Stadtverwaltung eine Resolution erarbeitet, die mithelfen soll, auf die Werte einer demokratischen Gesellschaft aufmerksam zu machen mit dem Ziel, eben diese Werte gegen Angriffe aus rechtsradikalen und undemokratischen Kreisen zu verteidigen.

In der Resolution mit dem Titel „Bekenntnis für ein friedliches Miteinander“ heißt es, „Wir erleben derzeit vor unserer Haustür den Versuch von neonationalsozialistischen Kräften, dem Miteinander der Menschen in unserer Stadt eine grundlegend neue Richtung zu geben.“ Eine Richtung, die geprägt sei von Intoleranz, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass.

Gegen solche Angriffe müsse sich die Demokratie wehren: „Wir werden es nicht zulassen, dass Menschen aus unserer Stadt aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder ihres religiösen Bekenntnisses ausgegrenzt werden, oder zu Schaden kommen. Wir wollen nicht wegschauen, sondern offensiv und hörbar widersprechen.“

Hut ab, liebe Stadträte, dieser Haltung gebührt unseren Respekt.

Zuvor hatte sich ein außerparlamentarisches Bündnis demokratischer Bürger und Organisationen zusammengefunden, das ebenfalls mögliche Meinungsunterschiede in einzelnen Sachfragen beiseite stellte mit dem Ziel, das bisher so angenehm weltoffene Klima in der Lutherstadt Wittenberg nicht von Rassisten aus dem rechtsdraußen angesiedelten Hass- und Hetz-Spektrum beschädigen zu lassen.

In diesem Bündnis sind unter dem Motto „Wittenberg ist weltoffen“ mit dabei: Kirchengemeinden, Nachwuchsorganisationen von demokratischen Parteien, ehrenamtliche Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe, kulturelle Vereine, die Evangelische Akademie, die Johanniter und diverse einzelne Persönlichkeiten, kurz: eine vielfältige Mischung von hier heimischen Menschen, die mit Recht sagen könne, dass sie gemeinsam mit dem im Stadtrat den demokratischen Teil der Gesellschaft in Wittenberg repräsentieren.

Anlass für das gemeinsame Handeln von Stadtrat, Stadtverwaltung und Bürgerbündnis ist ein geplanter Aufmarsch rechtsradikaler Kreise an eben diesem 7. November. Sowohl die Mitglieder des Bürgerbündnisses als auch die demokratischen Stadträte rufen dazu auf, die Wittenberger Innenstadt nicht den Rassisten zu überlassen, sondern am 7. November, ab 12 Uhr auf dem Arsenalplatz gemeinsam ein fröhliches, freundliches und friedliches Familienfest zu feiern.

Die Teilnahme vieler Bürgerinnen und Bürger ist erwünscht, damit es auch in Zukunft heißen kann, das weltoffene Wittenberg bietet eine Atmosphäre an, in der sich alle Menschen wohlfühlen können.




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