22.08.2015

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Warum dieser Hass?

Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Menschen in diesen Wochen so sehr, wie die Asylpolitik und die Frage, wie die immer schneller anwachsende Zahl der Flüchtlinge auf der Grundlage geltender Gesetze bewältigt werden kann. Viele Bundesbürger helfen sogar ehrenamtlich bei Aufgaben, die eigentlich von der „öffentlichen Hand“ erledigt werden müssten, und natürlich gibt es auch Kritik – mit Recht.

Diese Kritik sollte jedoch an der richtigen Stelle landen: Versagt haben in den vergangenen Jahren sowohl die Bundesregierung als auch mehrere Landesregierungen, die nicht rechtzeitig für die absehbar steigenden Zahlen Vorsorge getragen haben.

Und es versagen noch immer diverse Politiker, und zwar solche, die nicht bereit zur Realpolitik sind und die in vermeintlich guter Absicht mit ihrer Haltung frei nach dem Motto „jeder ist willkommen“ und „es darf keine Flüchtlinge erster und zweiter Klasse geben“ die bestehenden Probleme noch wesentlich verschärfen.

Solche Politiker sind in erster Linie in den links orientierten Flügeln der Grünen und der Linken zu finden. Und wenn selbst ein Grüner Oberbürgermeister seine Parteifreunde auffordern muss, endlich die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen, dann muss die geistige Lage bei manchen schon schlimm sein.

Doch eines ist ebenso klar: Die Flüchtlinge können weder etwas für die mangelhafte Vorsorge der zuständigen deutschen Stellen, noch für die Trägheit des Anerkennungsverfahrens. Daher ist es keine gute Idee von manchen Deutschen, die Asylbewerber mit Kritik zu überschütten – schlimmer noch: den Hass vorsätzlich zu schüren.

Leider passiert das nicht nur „anderswo“, sondern auch in Stadt und Kreis Wittenberg (war da nicht mal was mit „Weltoffenheit?“), und ein beliebtes Medium, um auf die Schnelle ausländerfeindlichen Dreck zu verbreiten, ist das angeblich „soziale“ Netzwerk Facebook.

Dort werden nicht nur „Meinungen“ platziert, die hart am rechten Abgrund angesiedelt sind, sondern auch auf den ersten Blick erkennbare Fälschungen - zum Beispiel mit Zahlen, die „beweisen“ sollen, dass Asylbewerber mehr Geld bekommen als Hartz-IV-Empfänger. Und es sind nicht nur erkennbare Nazis, sondern auch vermeintlich „ehrbare“ Bürger, die bei diesen üblen Spielchen mitmachen und die dabei noch nicht einmal merken, dass sie sich damit selbst als „nicht ehrbar“ outen.

Schlimmer noch sind solche Fälscher, die echte Bilder klauen, um anschließend mit sinnentstellenden Texten Stimmung gegen Asylbewerber zu machen. So gab es mal ein Foto mit einer Journalistin, die einen Essensgutschein hochhielt. Auf Facebook wurde daraus die „Nachricht“, dass sich Asylbewerber mit ihren Essengutscheinen deutsche Frauen zum Sex kaufen. Als Nachrichtenquelle wurde eine Zeitung genannt – die gar nicht existiert.

Eine weitere Masche ist inzwischen, echte Zeitungsberichte mit einer falschen, ausländerfeindlichen Überschrift zu versehen. Sogar den „Spiegel“ traf es mal, Ausgangspunkt soll eine Seite der Pegida-Bewegung gewesen sein.

Und so wird weiter gehetzt, nicht nur gegen Flüchtlinge, sondern auch gegen Religionsgruppen. Und diese „braven Deutschen“ sind so töricht, dass sie nicht merken, wie sehr sie mit ihren Handlungsweisen unserem Land schaden.

Wer nicht aus Gründen der Menschlichkeit seine Ausländerfeindlichkeit lassen kann, sollte es wenigstens aus Eigennutz tun, denn wie kaum ein anderes Land ist die Exportnation Deutschland von „den Ausländern“ abhängig. Wenn die nicht mehr unsere Autos, unsere Maschinen oder die anderen zahlreichen Produkte für die Märkte der EU und für die Weltmärkte kaufen, ist unser Wohlstand bald dahin. Der gute Rat lautet also: Wer weiterhin in einem wohlhabenden Deutschland leben möchte, sollte seine Ausländerfeindlichkeit ganz schnell vergessen.

Tipp: Die Fälscherei auf Facebook hat solche Ausmaße angenommen, dass sich ein international arbeitender Verein damit beschäftigt, im Netz zu finden unter mimikama.at, auf Facebook vertreten als https://www.facebook.com/zddk.eu, wobei „zddk“ komplett heißt: Zuerst denken, dann klicken.




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