Schülerinnen und Schüler des Schlagzeugensembles der Musikschule Coswig. Foto: Musikschule Coswig

Schülerinnen und Schüler des Schlagzeugensembles der Musikschule Coswig. Foto: Musikschule Coswig

07.03.2018

Namenspatron Heinrich Berger ist auf Hawaii eine Berühmtheit

25 Jahre Musikschule Coswig

Coswig (WiSo). Die Musikschule Coswig ist die einzige, die nach der Wende in Sachsen-Anhalt in kommunaler Trägerschaft gegründet worden ist – vor 25 Jahren am 1. März 1993. „Dieser landesweit einmalige Umstand verdankt sich einer starken, in der Kommunalpolitik verorteten Lobby“, betont Leiterin Steffi Friedrich. Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag, dem 10. März, um 17 Uhr im Saal des Lindenhofes mit einem vielfältigen Programm. 

Die Initiative ging vom im März 2000 verstorbenen Musiklehrer Lars Olaf Schlotbohm aus, er war Leiter der Musikschule in Zerbst, stammte aber aus Coswig. Engagierte Unterstützung kam vom damaligen Bürgermeister Manfred Ertelt, der damaligen Leiterin des Schul- und Kulturverwaltungsamtes Regina Nehring, dem Pfarrer-Ehepaar Käthe und Günter Lindemann sowie dem Coswiger Stadtrat.

„Es gab damals Überlegungen, die Coswiger Musikschule der Zerbster Einrichtung zuzuordnen“, erinnert sich Friedrich, die seit Anfang an dabei ist, seit 1995 als Leiterin. Man habe sich dann aber für die Eigenständigkeit entschieden. Da Musikschulen als freiwillige Aufgaben eingestuft werden, gab es angesichts knapper Kommunalfinanzen immer wieder die Aufforderung der Kommunalaufsicht, die Einrichtung der Haushaltskonsolidierung zu opfern. 

Stadtrat und Stadtspitze widersetzten sich bis heute mit Erfolg, so konnte die Musikschule als Bildungsstätte und kulturelle Plattform erhalten und ausgebaut werden. Längst hat sie sich zu einer die Stadt gestaltenden und prägenden Einrichtung entwickelt. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Stadt immer unterstützt hat“, betont Dorislava Kuntscheva, stellvertretende Leiterin der Coswiger Musikschule, „wir geben so viel wir können zurück, indem wir das kulturelle Leben der Stadt gestalten.“

Ob kommunale Veranstaltungen, Einschulungen, Jugendweihen, Konzerte und Projekte mit Schulen, Musikschulfeste und Preisträgerkonzerte, Weihnachtskonzerte oder die Coswiger Sommermusiktage – die Schüler und Lehrer sind immer präsent, wobei die vielen Auftritte Teil des pädagogischen Auftrags sind. Durch auswärtige Konzerte hat die Musikschule die Stadt Coswig über Kreis- und Landesgrenze hinaus bekannt gemacht. 

Am 1. März 1993 startete die Einrichtung mit 40 Kindern, am Ende des Jahres waren es bereits 75 und mittlerweile werden pro Schuljahr rund 230 Schüler von 12 Lehrern – vier Festangestellten und acht Honorarkräften – unterrichtet. Seit 1997 nimmt die kleinste Musikschule Sachsen-Anhalts Jahr für Jahr erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil und konnte sich mehrfach bis hin zum Bundesausscheid qualifizieren.

Breitenausbildung, Begabtenfindung und –förderung sowie Projekte der Musisch-ästhetischen Bildung und der Musikalischen Früherziehung gehören zum Leistungsspektrum der Musikschule. Einige Schüler schafften die Aufnahme an eine Spezialschule für Musik (Landesschule Pforta), andere an eine Musikhochschule. Zu den Besonderheiten der Einrichtung gehören vor allem die Schlagzeugensembles und die Harfenklasse. 

„Wir würden uns gern räumlich vergrößern“, erklärt Friedrich. Im Gespräch ist die ehemalige Grundschule am Schillerpark: Zentral in der Stadt gelegen, bietet das Objekt neben dem schönen Umfeld auch deutlich mehr Räume. Die Verhältnisse im ehemaligen Kindergarten „Amselgarten“ sind inzwischen beengt: „Schüler, Lehrer und die vielen Instrumente unter einem kleinen Dach zu vereinen, ist schwierig geworden“, sagen Friedrich und Kuntscheva, beide danken dem 1996 gegründeten Förderverein für die großzügige Unterstützung - unter anderem bei der Beschaffung von Schülerleihinstrumenten und Noten.

Kapellmeister Heinrich Berger 

2004 erhielt die Musikschule den Namen „Heinrich Berger“, der gebürtige Berliner wurde als Kind von seinem Coswiger Onkel Albert König adoptiert. Die Anregung zur Namensgebung kam vom damaligen Leiter des Coswiger Museums, Karl Schmidt. In Berlin ließ sich Berger zum Militärmusiker ausbilden, in Breslau bildete er sich zum Kapellmeister weiter. 1872 bat Hawaiis König Kamehameha V. den Preußen-König Wilhelm I. um einen Kapellmeister. Berger blieb bis 1915 Kapellmeister der Royal Hawai’ian Band und machte sich um die Pflege der heimischen Musikkultur verdient, er komponierte die Nationalhymne und begründete die Musikerziehung an hawaiianischen Schulen.

Festkonzert im Lindenhof 

Die Musikschule Coswig feiert ihr 25-jähriges Bestehen am Samstag, dem 10. März um 17 Uhr im Saal des Lindenhofes mit einem vielfältigen Programm, an dem aktuelle, aber auch ehemalige Musikschüler wie Isabel Hatos, die an der Hochschule Leipzig Musik studiert, teilnehmen. Mit dabei ist auch Viktor Hartobanu, der in Coswig Harfe und Klavier lernte und dort auch als Musiklehrer arbeitete und derzeit am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch verpflichtet ist. 

Mit dabei sind das große und kleine Schlagzeugensemble, Gesangsschüler, Gitarrenquintett und Blockflötenquartett sowie Solisten (unter anderem Klavier, Harfe), darunter etliche Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Von der Fröbel-Grundschule ist der Kinderchor zu Gast, der gemeinsam mit Kindern der Musikschule „Brüderchen, komm tanz mit mir“ aus der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel“ aufführt. 

Zum Festkonzert sind viele Gäste eingeladen, die die Musikschule über viele Jahre hinweg unterstützt haben – Vertreter der Stadtverwaltung und Mitglieder des Stadtrates, des Fördervereins sowie der Kitas und Schulen. Grußworte sprechen Ministerpräsident Reiner Haseloff, Christian Reinecke, Geschäftsführer des Landesverbandes der Musikschulen und Coswigs Bürgermeister Axel Clauß.





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