Olaf Rodewald (hier im Gespräch mit RTL-Sportmoderator Andreas von Thien) wurde bei der Sport-Gala des KSB Wittenberg wegen seiner Wettkampferfolge zum „Sportler des Jahres“ gekürt. Foto: Aileen Rad

Olaf Rodewald (hier im Gespräch mit RTL-Sportmoderator Andreas von Thien) wurde bei der Sport-Gala des KSB Wittenberg wegen seiner Wettkampferfolge zum „Sportler des Jahres“ gekürt. Foto: Aileen Rad

16.02.2018

Olaf Rodewald will Europa- und Weltmeister im Judo werden

Erfolgreich, aber noch nicht am Ziel

Wittenberg (wg). 28 Judo-Wettbewerbe, darunter hochrangige internationale Turniere, hat Olaf Rodewald im vergangenen Jahr absolviert, die Bilanz kann sich sehen lassen: Vize-Weltmeister, Vize-Europameister, Österreichischer Meister, Niederländischer Meister, Bronze bei der Deutschen Meisterschaft sowie 15 erste Plätze bei Turnieren auf Landesebene. Der Wittenberger, Jahrgang 1965, hat wie in den Vorjahren sportlich so ziemlich alles abgeräumt und wurde dafür bei der vom Kreissportbund Wittenberg organisierten Sport-Gala mit dem Titel „Sportler des Jahres“ ausgezeichnet. 

Bislang blieben ihm nur die Goldmedaillen bei der Welt- und bei der Europameisterschaft verwehrt, dabei war Rodewald so nah dran wie nie: „Bei der Weltmeisterschaft in Olbia in Italien war wieder einmal der Russe Nikolai Igruschkin mein Gegner“, berichtet Rodewald im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag, „obwohl ich ihn 20 Sekunden am Boden halten konnte, das Publikum runtergezählt hat und auch die Videoaufnahmen meinen Erfolg dokumentieren, waren die Kampfrichter anderer Meinung.“ 

Obwohl sich Rodewald bei diesem Turnier bereits im ersten Kampf am Knie verletzte, kämpfte er sich bis zum Finale durch, am Ende gab es einen hervorragenden zweiten Platz unter 1.260 Teilnehmern aus 46 Ländern. Gegen Igruschkin hat Rodewald zehn Kämpfe absolviert und zehnmal verloren. „Diesmal hätte es klappen müssen“, betont der Judoka, der in diesem Jahr die Prüfungen für seinen 5. Dan ablegen wird – die höchste Kategorie, die auf sportlicher Ebene in Deutschland erreicht werden kann. 

Bedingt durch die Knieverletzung, muss Rodewald zu Beginn des Jahres kürzer treten, auf jeden Fall will er Ende April an der Deutschen Meisterschaft, im Juli an der Europameisterschaft in Glasgow und im November an der Weltmeisterschaft in Mexiko teilnehmen. Aufgrund seiner Alters- und Gewichtsklasse ist vorprogrammiert, dass er wieder auf den mehrfachen Europa- und Weltmeister Nikolai Igruschkin stoßen wird.

Über den Handball ist Rodewald 1975 zum Judo gekommen, 1987 wurde er DDR-Bester, gestartet war er für Piesteritz, mehrmals wurde er Bezirksmeister. „Ganz wichtig für meine Entwicklung war der 3. Dan 2003“, blickt er zurück, damals sei er in die Prüfungskommission für Dan aufgenommen worden und habe für den Judoverband Sachsen-Anhalt als Sportwart gearbeitet. Den ersten internationalen Titel erkämpfte er sich 2005 in London mit der Silbermedaille bei der Europameisterschaft.

Im Dezember 2017 übernahm der Sportwart und Trainer kommissarisch die Funktion des Vorsitzenden der Abteilung Judo beim SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz. Jeden Tag, außer Donnerstag, trainiert er Kinder, Jugendliche und Erwachsene, außerdem Sportgemeinschaften an sechs Schulen.

„Körperbeherrschung, Disziplin und Respekt sind im Judo das A und O“, erklärt Rodewald. Unabhängig von der Altersklasse lässt er seine Schüler im Training erstmal eine Rolle vorwärts üben, viele könnten dies nicht mehr. Judo heißt zwar „sanfter Weg“, doch allzu wörtlich nehmen die Athleten das nicht. Ziel der japanischen Kampfsportart ist es, den Gegner auf den Rücken zu werfen und so zu besiegen. 

„Judo ist ein Sport, den man in jedem Alter anfangen kann“, sagt Rodewald. Allerdings sei es nicht mehr ganz so einfach, Kinder für Sport zu begeistern. Die Konkurrenz in Sachen Freizeitaktivität ist groß und Passivität nimmt zu. Dass Kinder und Jugendliche von alleine den Weg zum Sportverein finden, darauf wollen sich die Piesteritzer Judoka nicht verlassen, deshalb gehen sie in die Schulen und bieten dort Sportgemeinschaften an, Kooperationspartner sind unter anderem die Evangelische Gesamtschule, die Heinrich-Heine-Schule in Reinsdorf sowie die Grundschulen in Abtsdorf und Piesteritz. 

„Die Verletzungsgefahr wird meist überschätzt“, berichtet Rodewald, „die ist in anderen Sportarten wie Fußball oder Handball deutlich höher.“ Beim Judo gehe es schließlich um Körperbeherrschung. Fallübungen würden besonders trainiert, damit sich die Sportler nicht verletzen: „Das sieht oft spektakulärer aus, als es ist.“




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