Gerd Geier, Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz, in der Fahrzeughalle der neuen Hauptwache. Fotos: Wolfgang Gorsboth

Gerd Geier, Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz, in der Fahrzeughalle der neuen Hauptwache.  Fotos: Wolfgang Gorsboth

16.02.2018

Stadt und Chemieunternehmen profitieren vom Pilotprojekt

Neue Hauptwache der Wittenberger Wehr am Standort SKW

Wittenberg (wg). Der Umzug von Teuchel zur neuen Hauptwache am Standort SKW ist abgeschlossen, die Kameraden der hauptamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wittenberg haben sich eingewöhnt und erste Einsätze unter anderem im Zusammenhang mit dem Orkan „Friederike“ gab es ebenfalls.

 Was am Nordeingang von SKW Piesteritz entstanden ist, hat in Sachsen-Anhalt Seltenheitswert: Das Chemieunternehmen hat neben der gut ausgestatteten Werkfeuerwehr für und in enger Abstimmung mit der Stadt eine neue Hauptwache errichtet – auf einer Brachfläche, wo sich früher das Rechenzentrum des Stickstoffwerkes befand. Die Stadt hat das Objekt für zunächst 20 Jahre gemietet. 

Das Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte, die 2006 mit dem Gutachten der Firma Rinke Unternehmensberatung GmbH beginnt. „Als ich im Januar 2009 meinen Dienst als Bürgermeister der Lutherstadt antrat, da lag da ein roter Ordner in einem sperrigen Format“, erinnert sich der heutige Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Aus dem Gutachten hätten sich klar formulierte Anträge ergeben, nur seien diese bis dato nicht abgearbeitet gewesen.

„Wir haben uns dann auf dem Weg gemacht“, erklärt Zugehör. Als 1996 die damalige Berufsfeuerwehr vom Schlossplatz nach Teuchel zog, sei dies die richtige Entscheidung gewesen. Die Stadt habe sich aber verändert, die Risikopotenziale hätten sich verschoben: Weniger Bewohner im Neubauquartier, mehr Bewohner in der Innenstadt und ein Chemiestandort, an dem sich die Produktion seit der Wende unglaublich erhöht hat. 

Ursprünglich sollte die Wehr auf das ehemalige BKM-Gelände in Wittenberg-West ziehen, es gab Bedenken der Anwohner, aber auch der Freiwilligen Feuerwehr Wittenberg-West, die um ihre Eigenständigkeit fürchtete. Und dann kam das Angebot von SKW, erste Absprachen wurden 2013 getroffen. „Man kann auch auf einem guten Weg anhalten, um einen noch besseren Weg einzuschlagen, sonst wären wir heute nicht am Ziel“, resümiert Zugehör. 

Für die Zusammenarbeit von kommunaler Wehr und Werkfeuerwehr musste das Innenministerium eine entsprechende Verordnung neu regeln. „Wir mussten beim Land Überzeugungsarbeit leisten, das ist uns gelungen“, so der OB. Daraus hat sich ein in Sachsen-Anhalt einzigartiges Projekt entwickelt, das für alle Beteiligten Neuland ist – für das Land, für die Stadt, für SKW, aber auch die Kameraden der Wehr.

Der Umzug von Teuchel an den neuen Standort – von OB Zugehör als „Weihnachtswunder“ bezeichnet – vollzog sich an den Feiertagen still, leise und ohne Probleme, von der Stadtöffentlichkeit unbemerkt, wobei die Einsatzbereitschaft jederzeit gewährleistet war. 

„Wir haben bei allen Problemen in der Planungsphase immer eine Lösung gefunden“, sagt Gerd Geier, Fachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz. „Die Kameraden sind mit dem neuen Standort sehr zufrieden.“ In der neuen Hauptwache sichern 33 Mitarbeiter die hauptamtliche Wachbereitschaft ab – elf pro Schicht, fünf Kameraden arbeiten in der Leitung und Verwaltung. Aufgrund getrennter Sanitärbereiche und Ruheräume können in der neuen Hauptwache auch Frauen arbeiten. 

Die zwischen der Stadt und SKW vereinbarte Kooperation der Werkfeuerwehr mit der hauptamtlichen Wachbereitschaft wird in der gültigen Alarm- und Ausrückeverordnung geregelt. „Sicherheit ist ein extrem wichtiger Standortfaktor sowohl für die Industrie als auch für die Stadt“, betont der OB, „vor diesem Hintergrund ist das am Standort realisierte Vorhaben für alle Beteiligten ein Gewinn.“ 

Die neue Hauptwache wurde in L-Form errichtet und umfasst eine Fahrzeughalle, Werksatt und Lager sowie Verwaltungs- und Sozialgebäude. Die drei Bereiche mit eindeutiger Abgrenzung erfüllen alle Anforderungen und gewährleisten einen reibungslosen Dienstbetrieb. In der Fahrzeughalle ist Platz für 12 Einsatzfahrzeuge Brand- und Katastrophenschutz sowie Reservetechnik und einem Rettungsboot für die Wasserwehr. 

Mit von der Partie in Piesteritz ist auch der Landkreis, der in Nachbarschaft zur neuen Hauptwache sein Ausbildungszentrum für die Freiwilligen Wehren im Kreis realisiert, auch hier ist SKW Investor, der Kreis Mieter. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2018 geplant, dann soll es einen gemeinsamen Tag der offenen Tür geben.





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