Wiwog-Geschäftsführer Rando Gießmann, WBG-Vorstandsvorsitzende Antje Bitter und Margitta Müller (v.l.n.r.), Sachgebietsleiterin Stadtplanung. Foto: Wolfgang Gorsboth

Wiwog-Geschäftsführer Rando Gießmann, WBG-Vorstandsvorsitzende Antje Bitter und Margitta Müller (v.l.n.r.), Sachgebietsleiterin Stadtplanung. Foto: Wolfgang Gorsboth

25.01.2018

Dreiklang aus Abriss, Sanierung und Neubau

Wittenberg ist Vorreiter beim Stadtumbau

Wittenberg (wg). Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft (Wiwog) und Wohnungsbaugenossenschaft Wittenberg (WBG) haben im Rahmen des Stadtumbaus Ost in den vergangenen 15 Jahren zusammen 2.200 Wohnungen vom Markt genommen und konnten damit die Leerstandsquote von dramatischen 29 Prozent im Jahre 2013 auf aktuell vier bis fünf Prozent senken, damit liegt Wittenberg deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 12,4 Prozent, bezogen auf kommunale Wohnungsgesellschaften. 

 „Wittenberg wurde zum Vorreiter beim Stadtumbau“, resümiert Margitta Müller, seit 1990 Sachgebietsleiterin Stadtplanung und hebt hervor, dass WBG und Wiwog beim Stadtumbau die Hauptlast getragen und sich dabei als zuverlässiger Partner der Kommune erwiesen hätten.

Noch Anfang der 1990er Jahre habe es einen Run auf die Wohnungen in der Platte gegeben, bis 1994 existierte die Wohnraumvergabe-Kommission, 1996 lag die Leerstands-Quote im Neubau-Quartier bei zwei Prozent, 1998 aber bereits bei 13 Prozent und 2003 bei 29 Prozent. „Im Neubau-Quartier konzentrierte sich die Bevölkerung, aber auch der Leerstand“, so Müller. Ursachen waren massive Einwohnerverluste infolge Wegzugs und Wohnungszugang durch die Sanierung der Altstadt und des Lindenfelds. 

Einfach abreißen und Löcher im Stadtbild hinterlassen, sei aber keine Lösung gewesen, vielmehr habe man sich im Rahmen des Stadtumbaumanagements um die Entwicklung von Leitbildern bemüht und zusammen mit den Unternehmen der Wohnungswirtschaft sowie den Stadtwerken und dem Entwässerungsbetrieb die kleine und große Lenkungsrunde gegründet. Denn Rückbau bedeute auch notwendige Anpassung der Infrastruktur – Ver- und Entsorgung, Straßen.

„15 Jahre sind in der Wohnungswirtschaft ein sehr kurzer Zeitraum, desto beachtlicher ist es, was beim Stadtumbau Ost geleistet wurde“, erklärt Wiwog-Geschäftsführer Rando Gießmann. Sorgen- oder gar schuldenfrei sei die Wohnungswirtschaft deshalb noch lange nicht, noch immer drückten Altschulden, die sich bei jedem der beiden Unternehmen auf einen zweistelligen Millionenbetrag bezifferten, Abhilfe könne nur die Bundespolitik leisten, diese aber ignoriere das Problem.

Von Anfang an hat die Lenkungsrunde auf den Dreiklang von Abriss, Bestandssanierung und Neubau gesetzt. „Niemand reißt gern Wohnraum ab, aber wir mussten damals sofort handeln, sonst wären unsere Unternehmen in die wirtschaftliche Schieflage geraten“, betont Gießmann. Dass man auch Blöcke vom Markt nehmen musste, die nach der Wende saniert wurden, sei schmerzlich, aber unumgänglich gewesen.

Von Anfang an wurde auch über neue Wohnformen nachgedacht und Baurecht (N 10) für eine neue Einfamiliensiedlung („Neues Wohnen am Röhrwasser“) sowie für die „Partnerstadtsiedlung“ der WBG geschaffen. Denn zum Stadtumbau gehört auch die Aufwertung, zumal der Trend der Suburbanisierung beendet ist und Wittenberg – auch wegen Neuansiedlungen von Unternehmen – Zuzug verzeichnet. 

Zu den Stadtumbaugebieten gehört indes nicht nur das Quartier Trajuhnscher Bach/Lerchenberg, sondern auch die Altstadt (Aufwertung als urbanes Zentrum mit differenzierten Wohnungsangeboten), Wittenberg West (hier haben WBG und Wiwog gemeinsam das Quartier saniert und modernisiert und neue Angebote für Familien und Senioren geschaffen) sowie das Lindenfeld. Für letzteres steht die Bewilligung von Fördermitteln noch aus. Dafür gab es kurz vor Weihnachten Fördermittel für das Quartier Trajuhnscher Bach/Lerchenberg in Höhe von 520.00 Euro, dieses Geld wird für die Sanierung von Fußgängerbrücken, die Sanierung der Kita „Struppis Rappelkiste“, Ausbau der Haberlandstraße, Maßnahmen im Bereich Platz der Demokratie und Neues Jungfernröhrwasser sowie für das in Trägerschaft des IB befindlichen Quartiersmanagements ausgegeben. „

Stadtplanung braucht langen Atem und ist nie zu Ende“, betont Oberbürgermeister Torsten Zugehör mit Blick auf das Stadtentwicklungskonzept „2017plus“ und ruft die Wittenberger dazu auf, sich im Rahmen der Zukunftswerkstatt aktiv zu beteiligen. Ein weiteres Thema ist die „vernetzte Stadtregion“ mit Blick auf das Verhältnis der Kernstadt zu den Ortsteilen.




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