Beim Neujahrsempfang der Deutschen Bank begrüßt Filialdirektor Sören Marx Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag. Foto: Oleg Alimov

Beim Neujahrsempfang der Deutschen Bank begrüßt Filialdirektor Sören Marx  Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag. Foto: Oleg Alimov

20.01.2018

Stürmischer Neujahrsempfang der Deutschen Bank

Wittenberg (wg). Mehr als 200 Zusagen gab es für den traditionellen Neujahrsempfang der Deutschen Bank im Stadthaus, dass Filialdirektor Sören Marx und seine Mitarbeiter längst nicht alle begrüßen konnten, war dem Orkantief „Friederike“ geschuldet. Auch Oberbürgermeister Torsten Zugehör hatte kurzfristig abgesagt: Wenn sämtliche Feuerwehren im Einsatz und Stadtbedienstete in Bereitschaft sind, ist es für ein Stadtoberhaupt schlicht unpassend, mit Sekt und Häppchen zu feiern. 

Trotz der stürmischen Umstände fanden viele den Weg ins Stadthaus, wo fachkundige Referenten Ausblicke auf die Märkte und Trends des Jahres 2018 gaben. Zuvor blickte Sören Marx auf 2017 zurück, das ein „herausforderndes und anspruchsvolles Jahr“ gewesen sei. Für die Deutsche Bank als Ganzes sei 2017 eher entspannt und ohne negative Schlagzeilen verlaufen: „Das erleichtert auch unsere Arbeit in der Filiale.“ John Cyran, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, werde alle Altlasten auch 2018 konsequent angehen.

Der Wittenberger Filiale sei es im vergangenen Jahr gelungen, die Ertragskraft auf hohem Niveau stabil zu halten. Angesichts der andauernden Niedrigstzinsphase seien Aktien als Anlageform immer wichtiger. Das Kundenvolumen habe von 217,5 Millionen Euro am 1. Januar 2017 auf 233 Millionen Euro am 30. November 2017 zugenommen. „Geld fließt nur dorthin, wo Vertrauen ist und wo Vertrauen ist, ist der Kunde zufrieden“, so Marx. Regelmäßig würden Kundenbefragungen durchgeführt, danach schneide die Wittenberger Filiale im Ranking sehr gut ab. 

„Vor einem Jahr habe ich Sie auf eine Weltreise durch das abgelaufene Jahr eingeladen, das kann ich mir heute ersparen, denn 2017 war die Welt zu Gast in Wittenberg“, kommentierte Marx das Reformationsjubiläum. Wenn nur jeder dritte oder vierte Gast zu Hause berichte, wie sehr sich ein Besuch in der Lutherstadt lohne, müsse man sich um die künftige Tourismus-Entwicklung keine Sorgen machen.

„Was während der Lutherdekade und mit Blick auf das Reformationsjubiläum entstanden ist, wie die Schlosssanierung und der neue Hautbahnhof, wird diese Stadt auch in den nächsten Jahrzehnten positiv prägen“, sagte Marx. „2017 war ein Jahr, auf das die Wittenberger stolz sein können.“ Zu seinen persönlichen Highlights zählten die Workshops mit den jungen Volunteers aus allen Teilen der Welt. 

Der Vortrag von Andreas Lössl von Pictet Asset Management fiel „Friederike“ zum Opfer, dafür sprang kurzfristig Göran Rentzsch von der DWS ein. „Die Unternehmensgewinne treiben die Aktien an“, so die Einschätzung des Experten, dabei gebe es große Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Informationstechnologie-Unternehmen verzeichneten deutliche Gewinnsteigerungen, die Energiebranche ein Minus und die eher defensiven Telekommunikations-Aktien seien derzeit ebenfalls wenig attraktiv. 

Ob Konsum, Bauinvestitionen, Bruttoinlandprodukt, Export oder Ausrüstungsinvestitionen – alle Parameter der Wirtschaft in Deutschland stünden weiterhin auf Wachstum. Zinsen und Inflation blieben niedrig, während die Wirtschaft und das Vermögen weiter wachsen. Anlagen in Aktien seien zu empfehlen, Anleihen würden voraussichtlich nicht weiter fallen, seien aber aufgrund der geringen Erträge nicht zu empfehlen.

Michael Heidinger von der Aberdeen Standard Investments, die ein Vermögen von 647 Milliarden Euro verwaltet und Kunden in 80 Ländern betreut, betonte, dass die derzeitigen geopolitischen Risiken (Donald Trump, Nordkorea, etc) kein Grund seien, nicht in Aktien zu investieren. Der finanzielle Stress-Indikator habe seit der Finanz- und Eurokrise deutlich abgenommen und die Einkaufsmanagerindizes zeigten weiteres Wachstum auf allen Weltmärkten an. 

Der Investment-Spezialist befasste sich unter anderem mit der Entwicklung Japans, das Land profitiere von der Wirtschaftspolitik der Regierung (Abenomics) und kehre langsam zur alten Stärke zurück. Japans Kernindustrie habe sich drastisch verändert, heute sei das Land weltweit führend bei der Herstellung von cyber-physischen Systemen (Industrie 4.0, Digitalsierung). Außerdem vollziehe sich ein positiver Wandel in der Unternehmenskultur.




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