Deddo Lehmann, Direktor der Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH, setzt auf Nachhaltigkeit. Foto: Wolfgang Gorsboth

Deddo Lehmann, Direktor der Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH, setzt auf Nachhaltigkeit. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.01.2018

Deddo Lehmann: „Wir setzen auf Nachhaltigkeit, nicht auf Dividende"

Die Bad Schmiedeberger Kur GmbH ist wirtschaftlich erfolgreich

Bad Schmiedeberg (wg). „Wir blicken auf ein wirtschaftlich erfolgreiches und solides Jahr zurück“, resümiert Kurdirektor Deddo Lehmann im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, „wir verzeichnen bis Ende November circa 200.000 Übernachtungen und beim Umsatz mit knapp mehr als 25 Millionen Euro ein leichtes Plus.“ Letzteres sei unter anderem den neuen Pflegesätzen geschuldet, gleichzeitig herrsche im Kurwesen ein ständiger Kostendruck. 

Um Kosten zu sparen setzt die Kur GmbH auf zwei Blockheizkraftwerke in Kooperation mit einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Halle, die im Januar und im März 2018 in Betrieb gehen und pro Jahr 80.000 Euro Energiekosten einsparen sollen. „Wir haben sowohl im Sommer als auch im Winter einen sehr hohen Wärme- und Strombedarf“, so Lehmann. 

60 Prozent der Erlöse müssen für das Personal aufgewendet werden, denn Kur und Pflege sind personalintensiv. „Dieser Sektor stellt die größte Herausforderung dar, nicht nur finanziell, sondern immer mehr auch mit Blick auf die Gewinnung von Fachkräften“, betont der Kurdirektor. 

In einer ländlich geprägten und strukturschwachen Region habe es da auch ein großer Arbeitgeber wie die Kur GmbH schwer. So sei es nicht gelungen, alle acht Azubi-Stellen zu besetzen, nur drei geeignete Bewerber hätten sich gemeldet. Auch der Aufwand, freiwerdende Stellen zu besetzen, sei deutlich größer geworden. Mit Tankgutscheinen und einem betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiter bemühe man sich um Attraktivität. 

In 2017 wurde das Kurhotel durch Therapie- und Wellnessräume aufgewertet, außerdem im 30-Minuten-Takt ein Shuttle mit einem Elektrobus zwischen Hotel und Kurzentrum geschaffen. „Unser Kurpark wurde in das Landesnetzwerk ‚Gartenträume’ aufgenommen, das ist auch der Lohn für den Fleiß unserer Mitarbeiter in der Kurgärtnerei“, freut sich Lehmann. 

Großes Thema 2018 wird die Salzerlebniswelt (Salzsauna, Salzgrotte, Salzanwendungen) im Kurmittelhaus sein, im Januar 2018 wird der präzisierte Fördermittelantrag gestellt, die Planungen haben bc Architekten + Ingenieure Wittenberg übernommen. Gleichzeitig wird das Umfeld des Schwanenteichs neu gestaltet, zentrales Herzstück wird passend zum Thema Salz eine neue Gradieranlage sein. 

3,5 bis vier Millionen Euro will die Kur GmbH investieren: „Damit entwickeln wir unseren Standort behutsam weiter und steigern die Attraktivität.“ Die Gradieranlage wird wie auch das Kneipptherapiezentrum und die Kneippanlagen für Jedermann kostenlos nutzbar sein. Lehmann: „Wir setzen auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit, nicht auf Dividende und wollen unseren Gästen neben den drei Heilbad-Prädikaten zusätzliche Therapieangebote unterbreiten.“

Für den in 2018 geplanten Erweiterungsbau für das Seniorenpflegezentrum „Haus Heideland“ laufen die finalen Gespräche, die Plätze werden von 40 auf 62 aufgestockt, 2,4 Millionen Euro investiert.

„Wir arbeiten in einer Branche, in der die Bücher nicht im Voraus voll sind, sondern wir müssen jeden Tag um Patienten kämpfen“, betont Kurdirektor Lehmann, „deshalb arbeiten wir in der Orthopädie sehr eng mit allen Kliniken im Umkreis von 100 Kilometern zusammen, um den optimalen Übergang von der Akutmedizin in die Reha sicherzustellen.“ Dies sei auch Schwerpunktthema des 25. Reha-Symposiums 2018 in Bad Schmiedeberg. In der Gynäkologie kooperiert die Kur GmbH bundesweit mit Kliniken, bei der Endometriose, einer chronischen, oft sehr schmerzhaften und schwer diagnostizierbaren Unterleibserkrankung, ist Bad Schmiedeberg deutschlandweit führend. 

140 Jahre Eisenmoorbad 

2017 war ein Jahr der Jubiläen: Es wurden zehn Jahre Pflegezentrum am Kurpark, zehn Jahre häusliche Krankenpflege, zehn Jahre Kneippheilbad sowie 110 Jahre Jugendstilkurhaus gefeiert. Am 28. April 2018 steht mit 140 Jahre Eisenmoorbad ein großes Jubiläum an, das mit einer öffentlichen Festveranstaltung gemeinsam mit dem Chor „Lyra“, der ebenfalls seinen 140. Geburtstag begeht, gefeiert wird. Bereits am 12. April wird im Atrium des Kurmittelhauses eine Ausstellung mit Ansichten aus „140 Jahre Kurort“ eröffnet und am 20. April präsentieren Monika und Klaus Linke das Buch „Eisenmoorbad. Die Geschichte eines deutschen Heilbades.“ Am 2. Juni gibt es einen Tag der offenen Tür und auch beim Festumzug des Margarethenfestes sollen der 140. Geburtstag von Eisenmoorbad und Chor „Lyra“ eine Rolle spielen. 

Eisenmoorbad im „Focus“ 

Die beiden Kliniken der Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH werden vom „Focus Gesundheit“ wieder als TOP Reha-Kliniken für 2018 empfohlen. Neu ist , dass diese Bewertung für beide Hauptindikationen, Orthopädie und Onkologie, vergeben wurde.

Die Zeitschrift listet seit mehr als zehn Jahren führende Reha-Kliniken in den Indikationen Orthopädie, Krebs, Sucht, Geriatrie, Psyche, Herz und Neurologie. Das mit der Recherche für den Qualitätsvergleich beauftragte Münchner Institut MINQ interviewte Klinikärzte, niedergelassene Mediziner, Patientenverbände, Selbsthilfegruppen und Sozialdienstmitarbeiter von 1.115 Akutkrankenhäusern.

Da das Internet voll von subjektiven Klinikbewertungen ist, setzt der „Focus“ auf die in der Wissenschaft als zuverlässig anerkannte Methode der wechselseitigen Beurteilung unter dem medizinischen Personal, das die Qualität einer Behandlung korrekt einschätzen kann. Ergänzt wird das Ranking durch das Therapieangebot in Qualität und Umfang und durch einen Interviewbogen mit Angaben zur Qualitätssicherung, Hygiene und Serviceangebot.

„Schön ist, dass das Bad Schmiedeberger Eisenmoorbad als kleiner Klinikbetreiber in Deutschland bereits das zweite Jahr in Folge wieder mit dabei ist“, sagt Lehmann, „diese Auszeichnung haben alle unsere Mitarbeiter gemeinsam mit ihrer fachlich motivierten und dienstleistungsorientierten Arbeit erkämpft.“




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