Pastor Hans W. Kasch, Direktor des LWB-Zentrums Wittenberg, wird am 25. Juni 2018 offiziell verabschiedet. Foto: Wolfgang Gorsboth

Pastor Hans W. Kasch, Direktor des LWB-Zentrums Wittenberg, wird am 25. Juni 2018 offiziell verabschiedet. Foto: Wolfgang Gorsboth

30.12.2017

Reformationsdenkmal Luthergarten steht vor der Vollendung

LWB-Zentrum in Wittenberg: Es war ein gutes Jahr

Wittenberg (wg). „Auch nach Ablauf der zehnjährigen Projektphase bleibt das Zentrum des Lutherischen Weltbundes in Wittenberg, auch um die internationale Seminararbeit fortzusetzen, die von den Mitgliedskirchen gut angenommen wird“, erklärt Pastor Hans W. Kasch, Direktor des LWB-Zentrums, im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

Fortgeführt werde auch das ökumenische Projekt des Luthergarten: „Mit 96 Bäumen hatten wir 2017 die größte Anzahl an Pflanzungen.“ Seit der Grundsteinlegung 2008 ist der Luthergarten als lebendes Reformationsdenkmal Baum für Baum gewachsen, ebenso die Zahl der Partnerbäume, die jeweils vor Ort gepflanzt wurden als Ausdruck einer wortwörtlich tief verwurzelten Partnerschaft über alle fünf Kontinente.

Insgesamt sollen 500 Bäume gepflanzt werden, 49 sind noch zu vergeben, sie werden ab Juni 2018 im Universitätsgarten am Lutherhaus gepflanzt, dem dritten Standort des Luthergartens nach Andreasbreite und dem Areal am Neuen Rathaus. „Wir werden dieses Projekt im nächsten Jahr in bewährter Zusammenarbeit mit der Stadt zu Ende führen“, so Kasch. An allen drei Standorten des Luthergartens wurden 2017 Info-Terminals installiert, die über das Projekt sowie die einzelnen Bäume und deren Paten informieren. Alle Bäume hätten die Stürme in den vergangenen Monaten gut überstanden, keiner sei bis jetzt abgängig. 

„Himmelszelt“ 

Im Torraum „Ökumene und Religion“ in den südlichen Wallanlagen stand das „Himmelszelt“ des LWB direkt neben dem Luthergarten, hier stellten Lutheraner aus aller Welt während der Weltausstellung das kirchliche Leben in ihrer Heimat vor und brachten so internationales Flair in die Lutherstadt. „Am wichtigsten war uns die Begegnung zwischen Menschen aus allen Teilen der Welt und allen Konfessionen“, betont Kasch. Auch die Ausstellenden untereinander hätten intensive Gespräche geführt, wodurch wichtige Prozesse in Gang gesetzt worden seien. „2017 war für uns ein gutes, wenn auch anstrengendes Jahr, unsere Erwartungen wurden keineswegs enttäuscht!“ 

Zur Unterstützung hatte das LWB-Zentrum Voluenteers, die für zwei bis sieben Wochen vor Ort waren. Im Gegensatz zu den jungen Leuten des Vereins Reformationsjubiläum 2017 handelte es sich hierbei um Freiwillige im gesetzten Alter aus Deutschland, Norwegen und den USA, die ihre Reisekosten selbst bestritten und keine Aufwandsentschädigung erhielten, aber „mit großem Enthusiasmus bei der Sache waren“, wie Kasch hervorhebt.

Für viele Lutheraner aus dem Ausland sei es im Gegensatz zu vielen deutschen Lutheranern sehr wichtig, einmal im Leben in Wittenberg gewesen zu sein. Pastor Kasch erwähnt eine 80-jährige Dame, die mit einem Chor aus Südafrika angereist war und seit ihrem 14. Lebensjahr davon träumte, vor der Thesentür und an Luthers Grab zu stehen. „Jetzt ist es egal, was der Herr noch mit mir vorhat“, habe die Dame gesagt, „dies hat uns enorm beeindruckt“, so Kasch. 

Seminare

Fortgesetzt werden 2018 die internationalen Seminare für Pastorinnen und Pastoren des LWB in Wittenberg, Auftakt ist vom 3. bis 17. März zum Thema „Mit Luther heute die Bibel lesen – kontextuelle Hermeneutik in lutherischer Perspektive“. Das 18. internationale Seminar ist im November. „Teilnehmer kommen aus allen fünf Kontinenten und bilden hier in Wittenberg die weltweite lutherische Familie ab“, sagt Kasch. Es gebe stets mehr Bewerbungen als Plätze. 

Für die Planung der Seminare benötige man eine Vorlaufzeit von neun Monaten, beginnend mit den Einladungen, insbesondere die Beantragung der Besucher-Visa sei bürokratisch und zeitaufwendig. „Es muss zweifelsfrei belegt werden, dass die Person in ihr Heimatland zurückkehrt, die Tatsache, dass sie eine Festanstellung als Pastor oder Pastorin hat, verheiratet ist und Kinder hat, reicht oft nicht aus“, kritisiert Kasch. 

Das zweite internationale Seminar für Laien in Leitungspositionen findet vom 9. bis 18. August in Wittenberg und Genf statt: „Laien stehen oft in vorderster Front der Auseinandersetzungen, sei es mit Fundamentalisten in den eigenen Reihen oder externen.“ Die Teilnehmenden lernen unter anderem Grundzüge der lutherischen Theologie kennen und bei einem Ausflug nach Genf die Strukturen des LWB. 

Das vierte internationale Seminar für KirchenleiterInnen vom 14. bis 23. September findet ebenfalls in Wittenberg und Genf statt. Außerdem kommt seit 2015 einmal im Jahr der Konvent des Stiftes Haderslev, Wittenbergs dänischer Partnerstadt, mit Bischöfin Marianne Christiansen an der Spitze. Die Teilnehmenden interessieren sich vor allem für Johannes Bugenhagen und besuchen das Dorf Gentha, deren Bewohner sich in besonderer Weise mit Dänemark verbunden fühlen: Kürfürstin Hedwig zu Sachsen, eine dänische Prinzessin, hat 1624 die Genthaer Kirche gestiftet und sich auf das Abendmahlsbild des Altars malen lassen. 

Ruhestand 

Pastor Kasch geht am 30. September 2018 in den Ruhestand, die offizielle Verabschiedung erfolgt am 25. Juni, an diesem Tag vor 588 Jahren wurde das von Philipp Melanchthon verfasste „Augsburger Bekenntnis“ Kaiser Karl V. vorgelegt und an diesem Tag kommt das Deutsche Nationalkomitee des LWB zu einer Tagung in Wittenberg zusammen. „Die Nachfolge ist geregelt, die Arbeit läuft nahtlos weiter“, versichert Kasch. Pastor Joachim Ziegler bekam von seiner Heimatkirchengemeinde die Beauftragung für das LWB-Zentrum bis zu seinem Ruhestand 2020 verlängert und auch Projektassistentin Annette Glaubig gehört weiterhin zum Team.




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