Landrat Jürgen Dannenberg leitet die LAG Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Landrat Jürgen Dannenberg leitet die LAG Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

29.12.2017

Aktionsgruppen haben ihre Prioritätenlisten beschlossen

LEADER-Förderung für den Landkreis Wittenberg

Wittenberg (wg). Die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Wittenberger Land haben 16 Projekte ausgewählt, die im Rahmen des Europäischen LEADER/CLLD-Prozesses eine Chance auf Förderung haben. 

„Leider konnten wir aufgrund des sehr engen Finanzbudgets, das uns die Landesregierung für das Jahr 2018 zugeteilt hat, nur vergleichsweise wenige Vorhaben für eine spätere Förderung auswählen“, erklärt Jürgen Dannenberg (Linke), Landrat und LAG-Vorsitzender. Während in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro zur Verfügung standen, können im nächsten Jahr nur rund 800.000 Euro für LEADER-Projekte verwendet werden.

Zu den ausgewählten Projekten, die zuvor in einem transparenten Verfahren bewertet wurden, gehören Vorhaben von Vereinen, privaten Antragstellern, Kirchengemeinden und kommunalen Projektträgern.

„Gern hätten wir als Lokale Aktionsgruppe auch Vorhaben ausgewählt, die sich um Mittel im Rahmen der seit diesem Jahr geltenden Richtlinie Kulturerbe des Landes Sachsen-Anhalt bewerben“, berichtet Dannenberg, „theoretisch haben wir im Leader-Prozess einen Zugriff auf diese Richtlinie, die Fördersätze bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten möglich macht.“ Praktisch könne man jedoch nicht handeln, da zwei komplexe Vorhaben, die die LAG im Herbst 2016 ausgewählt hatte, noch immer ohne Entscheidung bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt als zuständiger Bewilligungsbehörde liegen. 

„Solange die Projekte iHofgestüt Bleesern und in Ferropolis nicht entschieden sind, bleibt das dafür geplante Budget für die Lokale Aktionsgruppe blockiert“, informiert der Vorsitzende. 

Bis zum 1. März 2018 müssen für die ausgewählten Projekte die vollständigen Antragsunterlagen bei den Bewilligungsbehörden eingereicht werden. „Wir möchten bis Ende Januar Sicherheit haben, ob wirklich alle Projektträger ihre Anträge vorbereiten, bei möglichen Ausfällen könnten so weitere Vorhaben nachrücken“, stellt LEADER-Manager Wolfgang Bock in Aussicht. Die Mitgliederversammlung habe den Vorstand legitimiert, Anpassungen der Prioritätenlisten vorzunehmen. 

Projekte: LAG Wittenberg 

Die Stadt Wittenberg hat vier Anträge gestellt wie für den nächsten Bauabschnitt zur Wiederherstellung und Aufwertung des Schlossparks Kropstädt und für eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Sportboothafens („Elbe erleben – Region wasserseitig vernetzen“). Der Förderverein Schlosspark und Gutshof Kropstädt e.V. hat Mittel für die Sanierung der Kulturscheune beantragt und die evangelische Kirchengemeinde Seyda für den zweiten Bauabschnitt zur Sanierung des Pfarrhauses. Der Heimat- und Kulturverein Seegrehna möchte Mittel zur schrittweisen Entwicklung des Stadtgutes zum kulturellen Zentrum des Ortes und der Gustav von Diest Seyda/Jessen e.V. für die Sanierung der Tagesförderung sowie den Um- und Ausbau eines ehemaligen Stallgebäudes zu Gruppenräumen. 

Auch private Antragsteller gibt es, so in Hemsendorf für den Erhalt des kulturellen und historischen Erbes durch Wiederherstellung der Nordansicht des ehemaligen Pferdestalls und der Remise der Schlossanlage sowie in Wartenburg für die Sanierung eines historischen, denkmalgeschützten Bauernhofes im Ortszentrum. 

Projekte: LAG Dübener Heide  

Für die LAG Dübener Heide steht 2018 ein Budget in Höhe von rund 465.000 Euro zur Verfügung, davon können 13 von 22 Projekten profitieren. So hat sich der Pächter des Bahnhofs Söllichau um Fördergelder beworben, der Wohnpark am Gremminer See in Gräfenhainichen soll behinderten- und altersgerecht saniert und das Nordensemble des Kinder- und Erholungszentrums (KiEZ) Friedrichsee neu gestaltet werden. 

Auch für das 126.000 Euro umfassende Budget des Europäischen Sozialfonds (ESF) hat die LAG Dübener Heide eine Prioritätenliste erstellt: Der Naturparkträger Verein Dübener Heide will ein Bildungsprojekt für Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen auf den Weg bringen und der Förderverein „Kinderträume“ hat sich ein Projekt unter dem Titel „Die Region erkunden – mal reinschnuppern in Unternehmen und Berufe“ auf die Fahnen geschrieben. Der Reit-, Zucht- und Fahrverein Heideland e.V. Bad Schmiedeberg möchte seine Mitglieder und Mitarbeiter weiterbilden. 

Hintergrund:

LEADER („Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“, deutsch: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“) ist ein methodischer Ansatz der EU zur Regionalentwicklung, bei dem lokale Akteure das eigene Entwicklungspotenzial nutzen. CLLD bedeutet „Community Led-Local Development“, deutsch: „Von der örtlichen Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung.




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