Angelika Schürhoff von der WFG und Stephan Heinrich, Referent für Wirtschaft der Stadt Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Angelika Schürhoff von der WFG und Stephan Heinrich, Referent für Wirtschaft der Stadt Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

26.12.2017

Erster Rückkehrertag am 27. Dezember im Wittenberger Stadthaus

Neue Chancen in der alten Heimat

Wittenberg (wg). „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, erklärt Angelika Schürhoff von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Anhalt-Bitterfeld, Dessau, Wittenberg im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Von 180 angeschriebenen Unternehmen werden sich zur Erstauflage des Rückkehrertages 27 beteiligen, der große Saal des Stadthauses ist damit komplett belegt. 

Auf der gleichzeitig freigeschalteten Internetseite (www.zurueck-in-die-heimat.de) werden 66 Stellen angeboten, außerdem gibt es weitere Stellenangebote an den Ständen der Unternehmen sowie der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, die knapp 1.000 offene Stellen im Kreis Wittenberg im Bestand hat. Ebenfalls dabei sind die WFG, die Städte Wittenberg und Coswig sowie NetworkOffice GbR, letztere berät Interessenten, die sich als Gewerbetreibende selbständig machen wollen und ein Ladenlokal suchen. 

„Es sind Unternehmen sowie Arbeitsangebote aus allen Branchen vertreten“, berichtet Stephan Heinrich, Referent für Wirtschaft der Stadt Wittenberg. Groß ist die Nachfrage in der Chemiebranche, im Metallbau, in der Lebensmittelindustrie sowie im Gesundheits- und Pflegesektor.

Viele Menschen sind vor Jahren in die alten Bundesländer abgewandert, um einen interessanten und gut bezahlten Job anzunehmen. „In der Vergangenheit war das oftmals die einzige Möglichkeit, eine Arbeitsstelle zu finden“, erklärt Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, „zwischenzeitlich hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt geändert, da die hiesigen Unternehmen Fachkräfte suchen.“ 

Nun braucht die eigene Heimat qualifiziertes Personal, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken sowie neue Potenziale zu schaffen und weiter zu entwickeln. Dies gilt umso mehr, wenn man den Blick in die Zukunft richtet: In den nächsten zehn Jahren gehen 35 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rente. 

Bewusst haben die Initiatoren den 27. Dezember ausgewählt, einen Tag zwischen Weihnachten und Jahreswechsel. Viele, die der Arbeit wegen die Region verlassen haben, besuchen über die Feiertage ihre Großeltern, Eltern, Verwandte, Freunde und Bekannte. 

Der Rückkehrertag richtet sich nicht nur an rückkehrwillige Arbeitnehmer, sondern auch an Pendler, die täglich oder für längere Zeit auspendeln. Rund 15.600 Auspendler gibt es im Kreis, davon entfallen 13.200 auf Ostdeutschland, 2.400 auf die alten Bundesländer. Wittenberg ist eine Auspendlerregion, das heißt, es pendeln mehr Arbeitnehmer aus als ein: Daraus ergibt sich ein negatives Pendlersaldo von 8.770 Arbeitnehmern, die größte Gruppe sind Fachkräfte mit 5.330 Personen. 

Aber auch Studenten sind angesprochen, die es nach dem Studium in ihre alte Heimat zurückzieht, ebenso Meister, die einen Betrieb übernehmen bzw. junge Facharbeiter, die sich zum Meister qualifizieren wollen, denn viele Handwerksbetriebe suchen händeringend Nachfolger, die den Betrieb übernehmen. 

Für eine Rückkehr in die Heimat sprechen nach Ansicht der Initiatoren nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch optimale Rahmenbedingungen wie ausreichende Kita-Plätze und im Vergleich zu den alten Bundesländern deutlich bessere Kita-Öffnungszeiten, preiswerte Mieten und Grundstücke, erschwingliches Wohneigentum, die zentrale Lage mit ICE-Anbindung sowie günstige Lebenshaltungskosten. Die Städte Wittenberg und Coswig sowie der Fachdienst Jugend und Schule des Landkreises wollen vor Ort über die Lebensbedingungen informieren. 

„Wir sehen im Rückkehrertag eine Form der Wirtschaftsförderung, um Unternehmen zu unterstützen, geeignete Fachkräfte zu finden“, resümiert Schürhoff. Bei entsprechender Resonanz soll dieser Tag auch in den nächsten Jahren angeboten werden, ebenso die Internetseite mit Stellenangeboten für Rückkehrwillige ganzjährig im Netz zur Verfügung stehen. 

Hinweis 

Der erste von der WFG, der Agentur für Arbeit und der Stadt Wittenberg organisierte Rückkehrertag im Kreis Wittenberg wird am 27. Dezember in der Zeit von 10 bis 14 Uhr im Stadthaus veranstaltet, die Teilnahme ist für interessierte Rückkehrer kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gibt es am selben Tag, von 10 bis 13 Uhr, zwei Rückkehrertage – im Metalllabor des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen, Zörbiger Straße 21c sowie im Zerbster Rathaus, Schlossfreiheit 12.




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